Wasserski allgemein
Heute gibt es ungefähr 30 Millionen Menschen im Alter zwischen 5 und 80 Jahren, die den Wasserskisport betreiben. In den USA gibt es ca. 12 Millionen Wasserskifahrer und somit stellt Wasserski dort den drittgrößten Familiensport dar. Verständlicherweise ist das Wasserskifahren in Ländern mit wärmerem und milderem Klima wie Australien, dem Süden der USA und Europa beliebter als in anderen Ländern. Zwar hat sich der Sport in Ländern mit rauerem Klima weniger durchgesetzt, trotzdem erlaubt die richtige Ausrüstung auch die Ausübung in unsereren Breiten von etwa April bis November.

Inzwischen erfreut sich Wasserski auch in der östlichen Hemisphäre größerer Beliebtheit, auch im mittleren Osten und Asien vermehren sich die Anhänger.

Es gibt momentan 50.000 Wasserskiwettkämpfer weltweit, wobei alleine in den USA etwa 20.000 beheimatet sind.

Die bedeutendsten Wettkämpfe: die Weltmeisterschaften, die Junioren-Weltmeisterschaften, der Weltcup, die gesamt-amerikanischen (Region PANAM), europäisch-afrikanischen (Region EAME) und die asiatisch-australischen Meisterschaften (Region AUSTRALASIA), sowie auch die Masters und World-Games..

Obwohl Wasserschifahren noch keine olympische Disziplin ist, wurde sie doch als Demonstrationssportart bei den Olympischen Spielen 1972 akzeptiert und erlebt zur Zeit einen 20 prozentigen Anstieg bei den TV-Seherzahlen jedes Jahr.

Wasserski wird auf natürlichen Seen und Teichen genauso ausgeübt wie auch auf extra dazu künstlich angelegten Seen. Dabei sei erwähnt, dass es zahlreiche Sicherheitsbestimmungen gibt, was Charakteristika und Abmessungen des Gebietes betreffen, damit die Wasserfläche als sicher für den Wasserschisport erklärt werden kann:

  • · Ein zum Wettbewerb geeigneter See sollte idealerweise 650 Meter lang sein (für Barefoot 750 Meter).
  • · Es ist notwendig, dass es keine vertikalen Wände am Wasserrand gibt (die Wände rflektieren die Bootswellen).
  • · Die Gegend sollte möglichst windgeschützt sein, um die besten Wasserverhältnisse sicherzustellen.
  • · Wenn möglich sollte sich die Länge des Sees gegen den vorherrschenden Wind orientieren.
  • · Darüber hinaus wird eine Mindesttiefe von 1,5 Meter empfohlen.
  • Je größer das Gebiet ist, desto rauer wird das Wasser bei starkem Wind sein. Ein See, der sich für einen Slalomkurs eignet, sollte auf jeden Fall 50 Meter breit sein.
    Ein Kurs mit einer Sprungschanze muss eine Länge von 70 Metern vor der Sprungschanze und eine Landefläche von 80 Metern danach haben.
     
  • Kurze Geschiche des Wasserskisports
    Das Wasserskilaufen hat seinen Ursprung in den 20er Jahren. Wassersportler in Amerika starteten die ersten Versuche, sich auf einem Brett von einem Boot ziehen zu lassen. Schon bald erkannte man, dass man mit zwei Brettern leichter über das Wasser gleiten kann. Erste Experimente gab es mit selbstgebastelten, drei Meter langen Wasserskiern. Möglich wurde das alles erst durch die Entwicklung von leistungsfähigen Motorbooten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Wasserskifahren zu dem Sport, der er heute ist: Freizeit-Vergnügen für Millionen. In den Wasserski-Disziplinen Slalom, Figurenlauf und Springen werden nationale Meisterschaften, jährlich Europameisterschaften und alle zwei Jahre Weltmeisterschaften veranstaltet.
     

    Geschichte des Sports in Österreich (Teil 1)
    Die ersten Wasserskirunden wurden schon 1935 wurden auf dem Wörthersee gedreht. Doch erst 1951, als eine amerikanische Wasserkishowtruppe in Velden weilt, beginnt der Boom: neben den Clubs in Velden und Pörtschach wird auch der Österrreichische Wasserskiverband gegründet.
    Lieselotte Schuh-Feichtinger, Karl Fischer, Rudi Kreuzhuber, Brigitte Felder-de-rook, Robert Mureny, Bibi Grossl, Erwin lang, Bruno Pich, Walter & Max Schludermann, Norbert Knobloch und Hans Brauchart lauten die Namen der Pioniere.
    Velden ist 1952 der Austragungsort der ersten Staatsmeisterschaften, in deren Rahmen Karl Fischer erstmals in Österreich die 20 Meter Marke im Springen erzielt.
    Bei der EM 1953 in Pörtschach gewinnt Lieselotte Schuh-Feichtinger - wie auch im darauffolgenden Jahr - Gold im Slalom.
    Im Salzkammergut, in Seewalchen am Attersee, in St. Gilgen am Wolfgangsee und in Gmunden am Traunsee wird der Sport durch Otto Fischer, Karl Donninger und Hans Brauchart verbreitet.
    Im Anschluß an die EM 57 in Juan les Pins, Frankreich, beim Springen um den Pokal der Madame Gould, stellt Günter Praschnig mit 38,5 m neuen Europarekord auf.
    Bei der WM in Mailand 59 geht erstmals eine komplette österreichische Mannschaft an den Start und erzielt den 5. Platz in der Nationenwertung. Renate Hansluvka gewinnt die Brozemedaille im Springen und bei der gleichzeitig durchgeführten EM den Titel in dieser Disziplin.
    Wien ist 1960 der Austragungsort der Europameisterschaften und der Ausgangspunkt für die Medaillenflut, die das Team - bestehend aus Renate Hansluvka, Gitti Böss, Gerhard Rainer, Bernd Rauchenwald, Jjürgen Holle aber auch Stefan Rauchenwald und Hans Frauscher in den Jahren bis 1966 beschert: 2 WM Titel, 4 Silberne und 3 Bronzene und bei Europameisterschaften 12 Goldene, 13 Silberne und 5 Bronzene.
    Nachdem der Großteil dieser Läufer die aktive Karriere beendet, liegt es an den Nachwuchsläufern Eva -Maria Purr-Fritsch, Egon Brunner, Wolfgang Löscher, Werner Schicher, Michael Rauchenwald und Franz Oberleitner Österreich international zu vertreten.
    Bei der EM 1973 gelingt Eva-Maria Fritsch der Sieg im Slalom, im Jahr darauf in Tricks.
    1977 in Annenheim am Ossiachersee schlägt Franz Oberleitner den favorisierten Mike Hazelwood und holt sich damit seinen ersten EM-Titel im Springen.

    Ab 1962 wurden auch Senioren-Europameisterschaften regelmäßig in Reifnitz am Wörthersee durchgeführt (bevor sie auch in anderen Ländern ausgetragen wurden), bei der die Österreicher, allen voran Max Kenda, Robert Christl und Robert Mureny dominierten.
     

    6 Sparten
    Neben dem "klassischen" Wasserski (Sparte Tournament) mit seinen 3 Disziplinen Slalom, Trick und Springen wurde 1947 das Fahren ohne Ski entdeckt. Daraus entwickelte sich die Sparte Barefoot (ebenfalls 3 Disziplinen), in der seit 1978 regelmäßig Weltmeisterschaften durchgeführt werden
    In den siebziger Jahren ermöglichte eine Erfindung des deutschen Rixen eine Alternative zum Fahren hinter dem Boot: der Wasserskilift. Die ersten Weltmeisterschaften am Lift (Sparte Cable) wurden 1998 abgehalten.
    Bootsrennen mit Wasserskifahrern auf Rundkursen stellen die Sparte Racing dar.
    Die Sparte Disabled umfasst Wettkämpfe - ausgetragen in den Tournament-Disziplinen - von Versehrten.
    Seit 2000 werden Weltmeisterschaften in der jüngsten Sparte Wakeboard durchgeführt. Diese splittet sich wiederum in Wakeboard-Boot und Wakeboard-Cable.

    Alle 6 Sparten sind in den Internationalen Wasserskiverband (IWSF) integriert, agieren aber weitgehend autonom: Meisterschaften der verschiedenen Sparten werden nicht gemeinsam ausgetragen und in der Regel üben Wettkampfathleten nur Disziplinen einer Sparte aus.

    Die Disziplinen der Sparte Tournament:

    Slalom
    Im Slalom wird nicht gegen die Zeit gefahren, sondern entscheidend ist, mit welcher Seillänge der Kurs durchfahren wird.
    Der Slalomkurs besteht aus sechs Bojen, die im Abstand von 41 Metern und auf einer Breite von 23 Metern gegeneinander versetzt vom Läufer umfahren werden müssen. Am Anfang und Ende des Kurses befindet sich ein Eingangs- bzw. Ausgangstor.
    Die festgesetzte Höchstgeschwindigkeit des Bootes beträgt bei den Männern 58 km/h, bei den Frauen 55 km/h.

    Hat der/die Läufer/in den Slalomkurs erfolgreich gemeistert, wird für den nächsten Durchgang das Seil auf verkürzt.
    N.B.: In Amerika werden die Seillängen mit der fehlenden Distanz auf die ehemalige Maximallänge von 75 Fuß angegeben. So bedeutet "15 off" also: 75 - 15 Fuß (= 60 Fuß) = 18,25m.

    Laut Reglement sind die Längen wie folgt vorgegeben:
    18,25m = 15 off; 16,00m = 22 off; 14,25m = 28 off; 13,00m = 32 off; 12m = 35 off, 11,25m = 38 off; 10,75m = 39 1/2 off; 10,25m = 41 off.

    Der Weltrekord wird derzeit mit 1 Boje bei 9,75m (1@43 off) gehalten, was bedeutet, daß das Seil 1,75m kürzer ist als der Abstand zwischen Boot und Boje!

    Der/die Läufer/in ist aus dem Rennen, wenn er/sie stürzt oder eine Boje auslässt. Die bis zu diesem Zeitpunkt umfahrenen Bojen werden addiert, und der/die Läufer/in mit der höchsten Gesamtbojenanzahl ist Sieger.
     

     

    Dimension

    Laufweite

    Toleranz

    Gesamt = 259m

    258.353-259.648

    1/4%

    A = 27m

    26.865-27.135

    1/2%

    B = 41m

    40.795-41.205

    1/2%

    C = 29.347m

    29.200-29.494

    1/2%

    D = 47.011m

    46.776-47.246

    1/2%

    E = 1.25m

    1.188-1.313

    5%

    F = 11.5m

    11.385-11.615

    1%

    G = 1.15m

    1.035-1.265

    10%

    Die Gate- und Umfahrungs-Bojen sind rot, die Guide-Bojen (zur Kennzeichnung des Bootskurses) sind gelb.
    55 Meter vor den Gate-Bojen befinden sich noch die grünen Pregates zur Orientierung.

    Figurenlauf ("Tricks")
    Der Figurenlauf wird in zwei Läufen von je 20 Sekunden entschieden. Der/die Läufer/Läuferin versucht, möglichst viele verschiedene Figuren zu zeigen. Die Geschwindigkeit des Bootes sowie die Seillänge darf der/die Läufer/in selbst bestimmen. Jeder Figur ist gemäß ihrem Schwierigkeitsgrad eine Punktezahl zugeordnet. Schiedsrichter entscheiden, ob die Figuren dem Reglement entsprechend ausgeführt werden. Die Punkte der gewerteten Figuren werden addiert, der/die Läufer/in mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt.
     

    Springen
    Springen hat zum Ziel, einen möglichst weiten Sprung zu stehen. Jede/r Läufer/in hat drei Versuche, der weiteste Sprung wird gewertet. Ein Sprung ist nur gültig, wenn der/die Läufer/in nach der Schanze mit dem Seil in der Hand auf mindestens einem Ski weiter fährt. Die Geschwindigkeit des Bootes ist in 3 km/h Schritten frei wählbar, bei den Herren auf 57 km/h, bei den Damen auf 54 km/h nach oben hin limitiert. Die Seillänge beträgt 23 m (=75 ft). Die Sprungschanze ist 4 Meter breit und die Maximalhöhe beträgt 1,65m (Damen) bzw. 1,80m (Herren).